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Kristin Reinbach

Expertin & Unternehmensberaterin für Marktorientierung & Performance bei krysalis consult
Unterstützt Führungskräfte & Teams in komplexen Organisationen von DAX bis Mittelstand dabei, ihre Ziele zu erreichen. Mehr als 15 Jahre Erfahrung in Vermarktungs- und Performance-Themen. "unkonventionell, kreativ & analytisch stark, wertschätzend, effektiv"
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Risikofaktor “rearranging the deckchairs on the Titanic” – statt das echte Problem zu lösen

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Wissen Sie, was allermeistens das Problem ist,

wenn wir uns einen abrackern, um ein Problem zu lösen, aber nix wirklich voran geht?

Ganz oft ist haben wir dann einen Fall von

“rearranging the deck chairs on the Titanic” 😉

Dieser fabelhafte britische Ausdruck macht bildlich sehr schön klar, worum es geht:

In aller Hektik rennen wir auf dem Deck der untergehenden (!) Titanic rum und sorgen da schön für Ordnung.

Aber ist das das wirkliche Problem?

Oder exakter: LÖST das das Problem?

Haben diese Aktivitäten überhaupt eine Chance, das Problem zu lösen?

Natürlich nicht! 🙂

Bei der Analogie mit dem untergehenden Schiff und den Deckchairs ist das für uns (v.a. im Nachhinein! ;)) so offensichtlich, doch beim Problemlösen in unserem Bereich oder Unternehmen erkennen wir den Wald vor lauter Bäumen oft nicht.

3 Gründe gibt es meiner Erfahrung nach, warum dieser Fehler beim Problemlösen so leicht passiert:

  1. Uns fehlt schlichtweg der Abstand zum Problem und damit die Übersicht über die Gesamtsituation.
  2. Arbeitet man oft lieber an etwas konkretem, bei dem der Effekt sofort sichtbar ist (wie auch beim Neu-Arrangieren der Deckstühle) als nach einem zunächst abstrakten Problem und seiner Lösung Ausschau zu halten (meiner Erfahrung nach der Hauptgrund).
  3. Wir ahnen zwar schon, dass es sich um eine ‘Deckchair’-Problemstellung handelt, scheuen uns vor der Arbeit und dem Grips (! alles neu betrachten, hinterfragen, zunächst ratlos sein), den das verlangt. Das ist nämlich nicht nur aufwändig, sondern katapultiert uns zunächst in eine schwammige und nebulöse Situation, die sich besch***en anfühlt. Das wiederum vermeiden wir eben lieber zugunsten unserer kurzfristigen Wohlfühlens.

Um im Bild der Liegestühle auf der untergehenden Titanic zu bleiben, gibt es 2 Optionen:

  • a) weiter an dem konkreten, kleinen Problem weiterzuarbeiten, das in Wahrheit überhaupt nicht das Problem IST – und dabei in aller Ruhe untergehen (aber vorher waren die Deckchairs schön ordentlich! 🙂
  • b) sich dem großen, evtl. nicht klar erkennbaren Problem widmen – und die faire Chance haben, den Karren noch aus dem Dreck zu ziehen

Coaching-Tipp für Sie & Ihr Team für effektiveres Problemlösen:

Hören Sie auf, das wahre, das große Problem weiter zu ignorieren.

Scheuen Sie sich nicht länger vor der Unbequemlichkeit, geben Sie sich und Ihrem Team, die faire Chance, eine gute Problemlösung zu finden. Sehen Sie dem noch nicht klar fassbaren Problem ins Auge und lösen sie es. Auch – und gerade – wenn es eben viel Arbeit oder eine grundlegende Änderung der bisherigen Strategie verlangt.

Was nutzt es Ihnen und Ihrem Team, die bisherige Problemlösungsstrategie auf Krampf weiter zu fahren, wenn klar ist, dass sie nur konsequent in den Untergang führt?

Wenn z.B. die Umsätze eingebrochen sind, bieten Sie nicht einfach nur mehr Rabatte an. Gehen Sie ins Eingemachte. Suchen und finden Sie stattdessen möglichst rasch das wahre Problem.

Tatsächlich sind Fälle wie diese klassisch solche, in denen ein guter Unternehmensberater (und Sie wissen ja bereits, wo Sie den finden – kontaktieren Sie uns gern;)) sehr hilfreich sein kann. Und zwar

  • wegen der neutralen Perspektive,
  • dem gesunden (auch emotionalen) Abstand zur Sache
  • der Möglichkeit überhaupt zu erkennen, dass es sich um ein Titanic/Deckchair-Problem handelt
  • sowie der inhaltlichen Erfahrung, eine Problemlösung zu finden und umzusetzen.

Haben Sie das schon mal selbst erleben dürfen,

dass eher die Liegestühle nochmal neu zurecht gerückt wurden als das eigentliche Problem anzupacken?

Wie sind Sie damit umgegangen?

Welche Learnings, welche Erfahrungswerte haben Sie daraus gezogen?

Rücken wir hier an den Liegestühlen auf der Titanic rum - oder wollen wir das echte Problem lösen? Klick um zu Tweeten

Resources:

Wenn Sie Argumentationshilfe brauchen können, damit ein Problem endlich wirklich angegangen wird, empfehle ich ergänzend zu diesem Artikel hier den Wiki-Artikel “Sinking of the RMC Titanic“. Besonders dieser Auszug dürfte ungut an manche Unternehmenssituation erinnern: “Titanic received six warnings of sea ice on 14 April but was travelling near her maximum speed when her crew sighted the iceberg. Unable to turn quickly enough, the ship suffered a glancing blow that buckled her starboard (right) side and opened five of her sixteen compartments to the sea.” Zum Thema Risikomanagement bieten auch die Informationen zu Evakuierungsplänen, den Überlebensquoten nach sozialen Klassen und Geschlecht etc. reichlich Stoff zur Anregung. Und hoffentlich genügend Material zur Abschreckung. 😉

Bildquelle: Karl Beutel – danke!

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