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Kristin Reinbach

Expertin & Unternehmensberaterin für Marktorientierung & Performance bei krysalis consult
Unterstützt Führungskräfte & Teams in komplexen Organisationen von DAX bis Mittelstand dabei, ihre Ziele zu erreichen. Mehr als 15 Jahre Erfahrung in Vermarktungs- und Performance-Themen. "unkonventionell, kreativ & analytisch stark, wertschätzend, effektiv"
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Methodisch Probleme lösen: Die Chimäre

 

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Sie kennen das bestimmt auch….

  • Wenn die Küche aufzuräumen,
  • den Stapel auf dem Schreibtisch wieder zu zerlegen,
  • die Steuererklärung vorbereiten,
  • den Koffer von der Geschäftsreise auszupacken,

wenn also an sich harmlose Aufgaben, sich vor dem inneren Auge ungeheuerlich aufplustern und kaum mehr machbar wirken, dann nenne ich das inzwischen

‘ein Chimären-Problem’.

Eine Chimäre, das ist korrekt aus der griechischen Mythologie übertragen, ein vielfältig gefährliches Wesen:

“feuerspeiendes Mischwesen mit drei Köpfen: dem eines Löwen, im Nacken dem einer Ziege, und als Schwanz hat sie den Kopf einer Schlange oder den eines Drachen“.

Die Chimäre begegnet uns im Geschäftsleben beim Probleme lösen häufig:

Sie ist ein an sich überschaubares Problem, das dann so lange und gründlich aus unterschiedlichen Perspektiven zerlegt und eindrucksvoll größer geredet wird, dass es tatsächlich scheint, als hätte es plötzlich die grauenerregenden Köpfe von 5 Ungeheuern.

Das Bild der Chimäre nutze ich also beim Probleme lösen für meine Unternehmensberatungskunden genauso wie mich selbst, um uns und mich daran zu erinnern, dass das Problem vielleicht gar nicht so vielköpfig und schwierig zu bekämpfen ist.

Ihr 'großes Problem' - vielleicht nur eine Chimäre? Entlarven Sie sie besser schnell! 🙂 Klick um zu Tweeten

Ein Chimären-Problem erkennt man daran, dass:

  1. man mehr Energie investiert, es zu ignorieren, als es zu beheben
  2. man mehr Zeit investiert hat, darüber nachzudenken, es zu diskutieren und zeitlich wann anders einzuplanen, als es gebraucht hätte, zumindest ein Drittel davon bereits zu erledigen
  3. das Problem GEFÜHLT ungeheuer schwierig zu lösen wirkt….

Wenn man sich die beiden ersten Punkte mal klar gemacht hat, kommt man häufig von selbst ins Machen.

Hindernis Nr. 3 könnte uns nach wie vor am Probleme lösen hindern – und übrigens häufig zu recht.

Das zeigt sich leicht an einem Klassiker:

DER Klassiker der Chimären-Probleme: Die Steuererklärung

Man denkt, das müsste doch easypeasy an einem nebligen Februarsonntag zu machen sein – zwei Stunden höchstens!

Das ist ein wenig schöngeredet…

wie wir schon ahnen.

Am frühen Sonntagabend wissen wir es dann mit Sicherheit:

Die Aufgabe braucht 4 Stunden und damit ist sie nach wie vor nicht komplett, weil wir den Ansprechpartner von Bank X heute nicht ans Telefon bekommen…

Unser Hirn ahnte also vorher schon, dass wir uns selbst verschei..ern- und hindert uns (quasi vorsorglich) deswegen am Handeln. Unser Hirn will uns vor dieser Frustration beim Probleme lösen bewahren und legt die Bremse rein, bevor nicht für mehr Klarheit gesorgt wird.

So funktioniert der Chimären-Approach zum leichten Probleme lösen:

Also starten wir immer damit, Punkt 3 auszuräumen und der Aufgabe realistische Form, Arbeitsschritte und Zeiten zu geben – z.B.:

‘Chimäre’ – Steuererklärung abgeben

‘Ehrliche’ Arbeitsschritte:

1. Unterlagen sichten – schauen, was noch fehlt – Sonntag, ca. 4h

2. Noch fehlendes anfordern / finden – während der Folgewoche – 1-2h

3. Alles zusammenstellen, prüfen, fertig machen – Sonntag II – 2-3h

4. Montags zur Post bringen – 0,5h.

Voilà – Problem bearbeitbar – und gelöst.

Dieses Vorgehen hilft zum Probleme lösen anderer Chimären-Probleme auch:

  1. Zuerst die Schritte und Abhängigkeiten realistisch durchdenken und so einplanen.
  2. Den Fakten ins Auge sehen statt das Elend gedanklich noch zu vergrößern.
  3. Die Energie mehr zum Machen als zum Verdrängen nutzen.

Welche Themen sind Ihnen beim Probleme lösen begegnet, die sich in Chimären verwandelt hatten?

Was hat sich für Sie und Ihr Team bewährt, um Probleme gar nicht erst zu Chimären werden zu lassen?

[Bildquelle: Eine Darstellung von F. J. Bertuch, 1806]

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