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Kristin Reinbach

Expertin & Unternehmensberaterin für Marktorientierung & Performance bei krysalis consult
Unterstützt Führungskräfte & Teams in komplexen Organisationen von DAX bis Mittelstand dabei, ihre Ziele zu erreichen. Mehr als 15 Jahre Erfahrung in Vermarktungs- und Performance-Themen. "unkonventionell, kreativ & analytisch stark, wertschätzend, effektiv"
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Urlaub als Krisenfall? Gute Gründe, sich die Freiheit erst recht zu gönnen

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Kennen Sie das auch – kurz vor dem Urlaub passiert etwas Merkwürdiges:

  • To Dos stapeln sich gefühlt kilometerhoch,
  • jedes Problem wird noch problematischer und
  • ganz nach Murphy’s Law landet das Marmeladenbrot zielsicher auf der Marmeladenseite.

All das hat zur Folge, dass sich der Eindruck aufdrängt:

“Also, Urlaub geht jetzt auf keinen Fall!?”

Genau das waren letztes Jahr meine Worte.

2 Tage vor dem Urlaub.

Ich scheue ich mich nicht, es offen zu sagen: Inklusive Haareraufen, Verzweiflung, Tränen. Wo doch ein Produktlaunch vor der Tür stand, der Kunde jetzt mit Projekt startet… und überhaupt!

Overload!?

Gerade dann ist Urlaub ein MUST!

Letztes Jahr brauchte es einen ordentlichen Tritt in den eigenen Hintern, um den Urlaub anzutreten. In der Kombination aus ehrlicher Erschöpfung (Realismus über das eigene Energie-Level), einem klugen Ehemann (soziale Erwünschtheit von wenigstens einer Seite) und letztlich etwas Gottvertrauen (nein, an einem Urlaub scheitert ein Unternehmen nur sehr selten) ‘durfte’ ich in Urlaub.

Klare Ansagen machen und einfach machen.

Was auch immer Sie tun: Wenn Ihre Kollegen und Geschäftspartner ohnehin wissen, dass Sie sich sonst ehrlich den A…. aufreißen, dann sind diese die ersten, die Ihre Konsequenz, Urlaub zu machen, beklatschen werden.

Der wahre Müßiggang in Frankreich, Italien & Co.

Sie kennen es vielleicht auch: In Frankreich z.B. ist der August heilig. Er gehört der Familie, den Freunden, der wahren Muße. Auch in Südtirol habe ich schon die Pausen-Mach-Fähigkeit italienischer Co-Gäste bewundert.

Denn das muss man erst mal können…

SO wenig SO konzentriert durch zu ziehen:

Bis 09.30 frühstücken.
Danach Zeitungslektüre bis 11.30 (kann in Kombination mit Am-Pool-Liegen betrieben werden – gilt dann schon als fast übertriebenes Multi-Tasking ;)).
Aperitiv inkl. Schwätzchen.
Mittagessen.
14.00 bis 16.00h Nickerchen.
Danach an den Pool, Lesen oder Yoga-Nidra in der Sonne (nein, Schatten ist keine Option – wenn, dann richtig! ;)).
Aperitiv. Abendessen. Sundowner.

Nicht ganz mein Programm wie man sich denken kann, in Sachen Pause machen allerdings schon Inspiration und Vorbild zugleich.

Neue Inspiration aus dem Mangel an zielgerichteter Tätigkeit heraus.

Zu Beginn meines Urlaubs konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie man danach erholt sein sollte, wie man je zu neuer Inspiration gelingen möge…all das schien weit weg. Und dann…. 3 Autostunden weiter waren in Bozen uralte Kaufmannsläden mit so viel Geschichte, Tradition und Zukunft – Unternehmen, die seit 1650 existieren, wachsen, sich immer wieder neu erfinden.

Eine Inspiration.

Mir fällt als Lektüre Andrè Agassis Autobiographie “Open” in die Hand – er teilt tatsächlich offen und sehr reflektiert seine Entwicklung. Und ich darf in sein Hirn schlüpfen, davon lernen.

Eine weitere Inspiration.

Ich stehe unten an einem sehr hohen Berg – und mein Hirn sagt: Da laufe ich gleich hoch. Völlig unglaubwürdig! Und doch stehe ich ein paar Stunden später oben – ohne Zauberei, einfach nur mit 2 Beinen, die Schritt für Schritt immer weiter gehen.

Noch eine Inspiration – mit wie wenig etwas vorher Unvorstellbares möglich ist!

Nur einige Tage später hatte ich die Lust am Arbeiten, am Gestalten, Kreieren, Problemlösen wiedergefunden. Keine Zauberei, sondern ein wunderbares Gesetz des Lebens:

Eine Pause bringt neue Kraft und die Kraft neue Inspiration.

Eine Lehre, die auch Andrè Agassi gegen John McEnroe lernen musste:

“I’d love to beat Mac, but this is his first tournament after a brief hiatus. He’s well rested, raring to go, and he was recently ranked number one in the world. Moments before we take the court I wonder why a player as polished and accomplished as Mac needs a hiatus. Then he shows me. He demonstrates the virtue of rest. He beats me soundly, 6-3, 6-3.”

Ich will Mac besiegen, doch das ist sein erstes Turnier nach einer kurzen Pause. Er ist gut ausgeruht, heiß darauf zu spielen und seit kurzem die Nr. 1 auf der Weltrangliste. Kurz bevor wir auf den Platz gehen überlege ich warum ein so ausgefeilter und gewiefter Spieler wie Mac eine Pause braucht. Dann zeigt er es mir. Er führt mir die Wirksamkeit des Ausruhens vor. Er schlägt mich solide, 6-3, 6-3.”

Andrè Agassi in seiner Autobiographie ‘Open

Wenn die Pause unmöglich scheint, machen Sie sie erst recht.

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Manche Kämpfe verlieren wir nur, weil wir zu schwach sind.

Manche Probleme sind nur so problematisch, weil wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen.

Zeit, sich aus dem System herauszunehmen.

Ihre Erfahrungen mit dem Urlaub, der nicht machbar scheint:

  • Wie sorgen Sie dafür, dass Sie Urlaub machen können?
  • Machen Sie ihn – oder sagen Sie ab, verschieben, wenn notwendig – und wenn ja, wofür?
  • Wie gestalten Sie den Urlaub so, dass Sie gestärkt zurück kommen?

Wie andere Leser sicher auch bin ich gespannt auf Ihre Erfahrungen und Tipps dazu – bitte hinterlassen Sie Ihren Beitrag als Kommentar – danke jetzt schon!

[Bild: Bertvthul auf Pixabay]

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