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Kristin Reinbach

Expertin & Unternehmensberaterin für Marktorientierung & Performance bei krysalis consult
Unterstützt Führungskräfte & Teams in komplexen Organisationen von DAX bis Mittelstand dabei, ihre Ziele zu erreichen. Mehr als 15 Jahre Erfahrung in Vermarktungs- und Performance-Themen. "unkonventionell, kreativ & analytisch stark, wertschätzend, effektiv"
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Warum Ihnen die besten Ideen bisher wahrscheinlich entgehen

Die wirklich guten Ideen – sie bilden die Basis für jede Innovation, guten Business Developments, erfolgreichen Arbeitens. Jeder von uns hat jede Menge Ideen und oft sogar gute  – davon bin ich überzeugt. Dennoch gibt es Unternehmen, in denen machen sich die guten, abgefahrenen, wirklich fruchtbaren Ideen rar.

Es gibt dort regelrecht nur so Mini-/Erbsenzähler-Ideen.

Dass das nicht grade die Basis für DIE disruptive Innovation von morgen ist, braucht uns nicht zu wundern. Und übrigens: Sollte das in Ihrem Unternehmen auch so oder ähnlich sein, dann hätte ich zumindest die beruhigende Botschaft, dass Sie damit in Deutschland bei weitem nicht alleine sind.

Doch wie kommt es dazu, dass die besten Ideen gar nicht erst auf den Tisch kommen?

Wenn ich meinen Kunden früher was von ‘Unternehmenskultur’ dazu erzählen wollte, dann habe ich leicht mal geduldig verdrehte Augäpfel gesehen, denn

KULTUR – was ist das schon?

Inzwischen erkläre ich den Effekt also anders.

Die Geschichte von der brillanten Idee, für die ein anderer das Lob einheimst

Kennen Sie Big Bang Theory?

innovationsmanagement, ideengenerierung, krysalis consult

In der Serie geht es um eine Gruppe cleverer Jungs, die vor allem das sind: Schlau – und sonst ein wenig ratlos im Leben. Sie alle sind akademisch irgendwie erfolgreich – jeder findet jedoch, seine Art des Arbeitens, Denkens etc. sei die beste.

Eines Abends sitzen sie zu einer Art Feieressen zusammen.

Die gefräßige Stille und das zufriedene Gekaue hält nicht lange an, da gibt es schon einen heftigen Schlagabtausch zwischen Sheldon und zwischen Lennart.

Lennart hatte nämlich eine coole Idee.

Gemeinsam mit Sheldon hat er sie weiterentwickelt, Sheldon hat die Detailberechnung durchgeführt. Als wenig später ihre Theorie in einem wichtigen Magazin wohlwollend diskutiert wird, ist dort nur die Rede von ‘Dr. Cooper und sein Team’. Das meint: Sheldon. Und nur Sheldon. Nirgends auch nur die Rede von Lennart, demjenigen, der die Idee überhaupt hatte.

Lennart ist sauer, richtig sauer – schließlich war es SEINE Idee, auf der alles basiert.

Sheldon (obwohl sonst wenig sozialkompetent) sieht ein, warum Lennart genervt ist. Also versucht er die Schieflage zu beheben, indem er nochmal in der Redaktion anruft – erfolglos, weil Lennart für diesen Fachbereich noch keinen ‘Ruf’ habe (was in sich ein Thema wäre, aber nicht heute! ;)).

 

Die Diskussion spitzt zwischen Ideenhaber und Ausführer spitzt sich also zu – und ihr Freund Howard (sonst unbeteiligt) wird gefragt:

“Was ist Deiner Meinung nach wichtiger: Die Idee – oder die Ausführung?”

Howard antwortet:

“Ich als Ingenieur meine natürlich, es ist die Ausführung, denn ohne sie ist die ganze Idee nichts wert.”

Hm. Doch andererseits:

Wo soll die Ausführung herkommen, wenn es vorher keine Idee gab?

Das klingt nach einer harmlosen Sache, doch gerade in Deutschland mit seiner starken Ingenieurs-Tradition beobachte ich das häufig, dass in Unternehmen ähnlich gehandelt und priorisiert wird wie hier bei Lennart und Sheldon.

Der, der die Idee hatte, ist schnell vergessen.

Derjenige, der später mit der Umsetzung rausgeht, ist der Held.

Welchen Grund und Anreiz haben dann die Lennarts in einem solchen Unternehmen ihre Ideen zu teilen?

Warum sollten sie das tun? Damit nachher “der Ingenieur” der Held ist und sie selbst der “kreative Chaot”, der “mal kurz” eine Idee hatte?

Ein Problem daran ist ja schon die Unterschätzung des Ideen-Habens an sich.

Ideen hat man nie wirklich aus dem Nichts.

Gute Ideen sind wie ein richtig guter Golfschlag: In dem Moment ganz leicht und locker – doch der Moment wird  nur durch die viele investierte Zeit und Lernen da davor möglich.

Früher war ich in einem der Unternehmen, in denen ich angestellt war, einer der begehrtesten Brainstorming-Teilnehmer. Warum? Weil ich von Natur aus so höllisch brillant und kreativ bin? Das klingt gut, doch ich glaube viel eher, dass ich in meinem Hirn eine große und diverse Menge an Basis-Bausteinchen angesammelt habe – über das Lesen von Büchern, das Besuchen und Entdecken anderer Orte oder Subkulturen….

Erfolgsfaktor Magic Innovation Leadership. E-Book, Kristin Reinbach, für iPadJeder, der das Gleiche täte, hätte auch viel mehr Ideen als vorher (wie auch im Praxis-Handbuch “Erfolgsfaktor Innovation” empfohlen). Das mag im Prozess häufig Spaß machen – doch vor allem bedeutet es viel investierte Zeit an anderer Stelle, BEVOR man DIE Idee dann hat.

Wenn Sie also ernst machen wollen, innovativere Ideen für Ihren Innovations-Pool zu bekommen,

innovativer zu sein als Unternehmen, dann sorgen Sie als Führungskraft dafür, dass die Menschen mit den Ideen genauso geschätzt werden wie die Menschen, die mit der Ausführung beitragen.

Sorgen Sie im Rahmen Ihres Innovation Leaderships für Ausgleich zur aktuell meist herrschenden Kultur.

Sorgen Sie dafür, dass wieder klar wird, dass bereits die Idee sehr viel wert ist – und Sie werden sehen, wie viele gute Ideen plötzlich aus der Ecke kommen.

'Gute Ideen müssen wertgeschätzt werden, sonst werden sie lieber verschwiegen.' #innovation Klick um zu Tweeten

P.S.: Das Thema könnte man auch unter dem Aspekt “IP” (Intellectual Property) behandeln – das würde den Punkt noch klarer machen. Dazu wann anders mehr. 🙂

[Bildquellen: Heute von Die2Eyths auf Pixabay & von NasaBlueshift auf Flickr – vielen Dank!]

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