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Kristin Reinbach

Expertin & Unternehmensberaterin für Marktorientierung & Performance bei krysalis consult
Unterstützt Führungskräfte & Teams in komplexen Organisationen von DAX bis Mittelstand dabei, ihre Ziele zu erreichen. Mehr als 15 Jahre Erfahrung in Vermarktungs- und Performance-Themen. "unkonventionell, kreativ & analytisch stark, wertschätzend, effektiv"
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Ideenmanagement, dry aged steak, innovationsmanagement, nachhaltige unternehmensberatung

In fast 20 Jahren, die ich Unternehmen von innen gesehen habe, ist mir eins klar geworden:

Ideen sind nicht das, was den allermeisten Unternehmen zur Innovation fehlt.

Selbst wenn: Ideenmangel ist leicht behebbar, notfalls auch von außen.

Woran es meistens fehlt, sind diese 2 Dinge:

  • Dass die richtigen Ideen zur Weiterverfolgung ausgewählt werden (‘Filtern’)
  • Dass sie konsequent so umgesetzt werden, dass auch etwas von ihrer Vision zum Schluss noch übrig bleibt (‘Umsetzung’)

Klar, der erste Punkt ist Voraussetzung für den zweiten – denn wer nicht überzeugt ist, dass die Idee wirklich gut ist, wird früher oder später in einem Moment des Zweifels aufhören, sie weiterzuverfolgen.

Die Gretchenfrage des Innovationsmanagements ist daher:

Woher will man vorher wissen, ob eine Idee überlebensfähig sein wird?

Womit wir bei dem klassischen ‘Ideenmanagement‘ landen. Egal, was Sie bei sich im Haus aktuell nutzen oder wie Sie mit dem Thema bisher umgehen…gehen Sie einfach mal meinen Gedanken mit und vergessen Sie für einen Moment, das ‘was üblich ist’.

Natürlich kann man jede Mini-Idee aufschreiben, oder – noch organisierter – sie in einer schicken Ideenmanagement-Software ablegen.

Was ist mit dieser Art von “Ideenmanagement” wirklich erreicht?

  • Man hat dann irgendwann einen großen Haufen Ideen,
  • manchmal mit einer groben Beschreibung und manchmal auch ohne (“weiß noch einer, wie das gemeint war?”).

Dieser Haufen wiederum soll dann wie der sprichwörtliche Hauhaufen nach der Nadel, der GUTEN IDEE durchsucht werden.

Was wäre, wenn ich Ihnen ganz unverfroren sage,

dass es gar keinen Sinn macht, Ideen zentral in Datenbanken zu sammeln?

Was wäre, wenn es für die Innovationskraft in Ihrem Unternehmen viel besser wäre, die Idee erstmal zum Abhängen zur Seite zu legen?

Ein gutes Steak mag ähnlich wie die gute Idee im ersten Moment sofort sehr verlockend wirken. Am liebsten würde man sich direkt drauf stürzen. Doch gerade ein gutes Fleisch wird durch Abhängen erst RICHTIG gut.

Ein ähnliches Vorgehen möchte ich Ihnen also für das Ideenmanagement im Unternehmen empfehlen.

Ideenmanagement ‘the dry-aged steak way’

Die Idee wird NICHT demjenigen, der sie hatte, direkt als erstes Samenkorn entrissen (das ist nämlich der Mensch, der die ganze Inspiration / Fantasie dazu im Kopf hat).

Er behält sie.

Er lässt die Idee ein wenig in Ruhe.

Ein paar Wochen später kommt er wieder zu ihr zurück.

Wenn sie dann nach wie vor – oder erst recht – attraktiv scheint, dann nimmt man sich die Zeit, sie etwas genauer zu konzipieren. Dann kann man ggfs. einen gecoachten Prozess mit einem bewusst überschaubaren oder gar keinem (!) Budget angehen, um der Idee etwas mehr Fleisch an die Knochen zu geben (meist kommt man konzeptionell da sehr weit).

Hat man sie bis dahin vergessen, hat es sich von selbst erledigt. Wirkt die Idee nicht mehr sexy, ebenfalls.

Die meisten Ideen sind ohnehin nur ein kleiner Flirt oder zu klein, nicht gewagt genug… all diese Fälle werden allein durch einige Zeit ‘zum Abhängen’ automatisch gefiltert.

Der Heuhaufen an Ideen wird gar kein Heuhaufen und die Nadel viel leichter zu finden.

Ferrero z.B. war schon immer berühmt dafür, nur sehr wenige Produktideen genauer zu testen – und das dann so konsequent durchzuziehen, dass deren Markterfolg bei Produktlaunch geklärte Sache war  (Belege dazu sind schwer zu haben, es hielt sich das Gerücht, dass die Erfolgsquote sonst bei 1:10 Produktlaunch-Erfolg vs. Wieder-Einstampfen lag oder sogar niedriger, bei Ferrero jedoch bei 8:10).

Vertrauen Sie darauf:

'Eine gute Idee, die kehrt von allein zurück.' #innovation #ideenmanagement Klick um zu Tweeten

Allerdings zu ihrem Besitzer.

Landet die Idee in einer Datenbank, ist sie damit meist schon verloren.

Darf sie in Ruhe ‘abhängen’, dann wird sie uns mit der Zeit vertrauter, wir können im Hinterkopf mit ihr jonglieren. Mit der Zeit spüren wir, ob wir ihr trauen können und ob wir inspiriert sind, mehr Zeit in sie zu investieren.

Wie handhaben Sie in Ihrer Organisation das Ideenmanagement?

  • Womit haben Sie gute Erfahrungen gemacht – und was würden Sie nicht wieder tun wollen?
  • Welche Organisation bewundern Sie für ihr gutes Ideenmanagement – und was denken Sie, kann man dort lernen?
  • Könnten Sie sich vorstellen, diese Methodik des ‘Abhängen-Lassens’ auszuprobieren – oder machen Sie es bereits?
  • Welche Tipps dazu haben Sie für andere, die sich fragen, wie man die Auswahl guter Ideen im Innovationsmanagement gut handhabt?

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